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Spannung ist nur nützlich wenn man sie lösen kann...

Intuitiv Bogenschießen kann ein Weg sein es zu lernen,
wesentliche Punkte dabei sind:

- Spannungsaufbau = Mobilisierung von Energien,
innere Sammlung
- Spannung halten = Stärkung der Rückenmuskulatur
(gesundheitliche Aspekte)
- Zielorientierung = konsequente Zielausrichtung
in Konzentration (innere Orientierung, Selbstreflexion)
- Spannung lösen = Loslassen üben als Weg
zur mentalen Entspannung

Alle Elemente zusammen stärken Geist und Körper,
fördern die Konzentration und helfen
intuitive Fähigkeiten zu entwickeln.
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PaderBow2014

Langbogen

Der Langbogen ist eine Kriegswaffe des Mittelalters, die vor allem in England zum Einsatz kam; seine Länge entspricht in etwa der Größe des Schützen - herkömmliche Bögen sind im Vergleich dazu deutlich kürzer.

Material und Herstellung

Langbögen wurden zumeist aus Eibenholz hergestellt. Da im Mittelalter die Eiben zum Bogenbau abgeholzt wurden, sind sie heute selten, sie stehen unter Naturschutz und sind deswegen heute relativ teuer. Ersatzweise wurde auch Esche und Ulme verarbeitet. Entgegen der weitläufigen Meinung wurde Haselnuss, obwohl zum Bogenbau geeignet, aufgrund seiner schlechten Wurfeigenschaften seltener verwendet. Im Haithabu - Fundkatalog sind Bögen aus Eibe, Esche und Ulme abgebildet, wo hingegen bei englischen Langbögen nur Funde aus Eibenholz existieren.

Der Querschnitt des klassischen Langbogens weist ein schmales D-Profil auf, da sich das Kernholz zusammendrücken und das Splintholz (äußeres, unverkerntes Holz) dehnen lässt. Ein Langbogen stellt besonders hohe Anforderungen an die Druckfestigkeit des Holzes, denen nur ausgesuchte Holzsorten und -qualitäten gerecht werden. Vermutlich deshalb verbreiteten sich Bögen mit breiterem Wurfarm-Querschnitt - einem Layout, wie es auch aus steinzeitlichen Funden und von späteren amerikanischen Flachbögen bekannt ist.

Geeignete Äste oder geviertelte Stämme bilden das Rohmaterial für die Herstellung der Langbögen. Sorgfältig aus Herz und Korpus geschnitzt, verleihen die natürlichen Strukturen des Holzes dem Langbogen Eigenschaften, die schon fast mit denen heutiger Kompositbögen vergleichbar sind. Unter Erhaltung eines kompletten Jahresrings, der die Vorderseite des Bogens bildet ("Rücken"), wird die dem Kernholz zugewandte "Bauchseite" vorsichtig gleichmäßig ausgedünnt ("getillert"), bis sich eine homogene Biegung ohne Knicke oder steife Regionen ergibt. Die einfache Form des Langbogens weist schon allein aufgrund der enormen Höhe nur eine leichte Krümmung mit geraden Enden auf, im Gegensatz zu dem an den Enden geschwungenen Reiterbogen der asiatischen Steppenvölker.

Einsatz des Langbogens

Nachweislich bereits um Christi Geburt verwendeten nordeuropäische Stämme den Langbogen; große Verbreitung fand er aber erst im hohen bis späten Mittelalter, etwa zeitgleich mit der Armbrust. Der massive Einsatz englischer und walisischer Langbogenschützen soll die Schlachten von Crécy 1346 und Agincourt 1415 wesentlich mit entschieden haben; das französische Heer unterlag. Der Langbogen erlangte eine gewisse Berühmtheit als kriegsentscheidende Waffe.

Die Zugkraft der Langbögen lag bei ca. 440 bis 580 N (100 bis 130 lbs); dies entspricht einem Gewicht von 44 bis 58 kg! Versuche mit Nachbauten alter Langbögen haben diese Werte ergeben. Bogenschützen waren deshalb großen körperlichen Belastungen ausgesetzt. Entsprechende Skelettfunde zeigen ausgeprägte Veränderungen des Knochenbaus am Schultergelenk und am Haltearm. Die hohe Zugkraft führt zu hoher Durchschlagskraft der Pfeile; Kettenrüstungen, Plattenrüstungen oder gar etliche Zentimeter dicke Eichenbohlen (nach neueren Schätzungen Eichenplatten von etwa 2,5 cm Dicke) können Berichten zufolge von Langbogenpfeilen durchschlagen werden. Der Pfeil erreicht hierbei eine Geschwindigkeit von bis zu 45 m/s (ca. 160 km/h).

Langbogenschützen waren hochspezialisierte und gut ausgebildete Einheiten. Angeblich galt ein Langbogenschütze nichts, wenn er nicht mit 10-12 Pfeilen in der Minute ein Ziel in 200 m Entfernung traf, wozu es jedoch einige Zeit der Ausbildung bedurfte (s.o. Zugkraft). Dabei wurde vermutlich mehr Wert auf die Menge als auf die Genauigkeit gelegt, da in einer Schlacht wohl eher Gebiete beschossen wurden als Einzelziele. 1.000 Schützen konnten so in der Minute 500 kg Pfeile verschießen. Dieser immense Verbrauch hielt einen ganzen "Industriezweig" am Leben, den Bogenbau, für den Bogner und Pfeilmacher zuständig waren. In England wurden in großem Umfang Eiben kultiviert, da ihr Holz am besten für Langbögen geeignet war.

In der Schlacht gefangene Langbogenschützen wurden häufig frei gelassen, nachdem man ihnen den Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand abgeschlagen hatte. Durch diese Verstümmelung waren sie für den Kriegsdienst am Langbogen nicht mehr geeignet. Das berühmte englische Victory-Zeichen hat ursprünglich nichts mit dem Buchstaben V zu tun, sondern ist die triumphierende Geste, mit der englische Langbogenschützen dem Feind ihre Finger zeigten.

Einige Kritiker halten zeitgenössische Berichte über die Vorzüge des Langbogens für stark übertrieben. Der Langbogen wurde seit dem späten 15. Jahrhundert von Feuerwaffen wie der Arkebuse verdrängt, die eine größere Durchschlagskraft entwickelten. Langbögen besaßen zwar eine größere Schussfolge, doch war die Ausbildung eines Arkebusiers deutlich weniger zeitaufwändig. Außerdem wurden die Plattenrüstungen in der beginnenden Frühen Neuzeit immer massiver, so dass sie leichter mit Hilfe eines Arkebusenschusses oder seit der Mitte des 16. Jahrhunderts vor allem durch einen Musketenschuss durchschlagen werden konnten.

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